• Community Roman - Kapitel 5

  • „Ich bin mir nicht sicher, ob Ihr mir meine Geschichte glauben werdet oder mich lieber verspottet. Aber nach allem, was ich heute von Euch erfahren habe, denke ich, dass es an der Zeit ist, Euch in mein Geheimnis einzuweihen.“, sagte unser junger Steinhauer. „Was für ein Geheimnis?“, fragte Ocann, während seine beiden Begleiter neugierig die Ohren spitzten und Yeran aufmerksam betrachteten. „Es ist wahr, Ocann, ich bin derjenige, den Du im Traum gesehen hast. Den blühenden Garten aus Licht, wie Du ihn sahst, habe ich tatsächlich aufgesucht, wenn auch eher zufällig und unfreiwillig. Bis ich Eure Erklärungen gehört hatte, war ich mir selbst nicht sicher, ob das, was ich heute erlebt habe, nicht bloße Einbildung war oder eben doch eine Wirklichkeit, die ich nie für möglich gehalten hätte.“ Und so berichtete Yeran seinen drei Zuhörern schließlich die Einzelheiten seines seltsamen Tages. Er sprach davon, wie alles am Morgen mit seiner harmlosen Aufgabe angefangen hatte, frisches Quellwasser für die Siedlung zu holen, wie er sich am Ufer des Alabaster-Sees nach einer geeigneten Wasserstelle umgesehen hatte, und wie er schließlich von einem inneren Rauschen ergriffen worden war, bevor er in den Fluten des geheimnisvollen Wasserstrudels versank. Die Magier machten große Augen, während Yeran ihnen seine Geschichte erzählte. Besonders der nun folgende Teil seiner Erzählung, der sich unter Wasser abspielte, interessierte sie. Das Leuchten am Grund des Sees, das Aufblühen der Seepflanzen zu jenem Garten aus Licht, wie ihn Ocann im Traum gesehen hatte, all das übertraf ihre Erwartungen und klärte zugleich die verschwommenen Traumgedanken des Sterndeuters auf. Ocann verstand allmählich, weshalb ihm sein Traum die Dinge verschwommen gezeigt hatte. Es war nicht die Undeutlichkeit des Schlafes, wie er bislang annahm, sondern das Wasser selbst hatte seinen unbewussten Blick getrübt.

    „Der leuchtende Garten am Grund des Sees, der so plötzlich vor meinen Augen aufblühte, war wunderschön und unheimlich zugleich. Ich suchte nach einer Erklärung für all die Dinge, die sich dort unten in der Tiefe ereigneten. Und wie ich mich umsah, war da mit einem Mal dieses schimmernde Licht am Grund des Sees. Ich bewegte mich neugierig darauf zu und kam schließlich näher heran.“ Yeran stockte. „Was ist dann geschehen?“, wollte Salond wissen. Er hatte gemeinsam mit Elandus und Ocann jedes Wort genau verfolgt. Die drei Magier schienen auf etwas Bestimmtes in Yerans Erzählung zu hoffen, so als ob sie nach etwas suchten. „Ich ... Ich bin mir nicht sicher, ob Ihr mir diesen Teil meiner Geschichte glauben werdet. In der Siedlung würde man mich sicher für verrückt halten oder sogar aus dem Dorf werfen lassen.“ „Sprich nur weiter, Yeran“, bestärkte ihn Elandus und setzte hinzu: „Im Dorf wird niemand von dieser Sache erfahren. Wir Magier haben schon allerhand Seltsames erlebt und wissen ein Geheimnis für uns zu behalten.“ „Nun gut“, sagte Yeran nach einigem Zögern: „Dass ich mich inmitten von leuchtenden Seepflanzen wiederfand, war keineswegs das letzte merkwürdige Ereignis. Die Bilder aus Eurem Traum erzählen nur einen Teil dessen, was ich erlebt habe, Ocann. Denn als ich den Grund des Sees, und damit das schimmernde Licht, so gut wie erreicht hatte, gebot mir eine unsichtbare Kraft innezuhalten. Ich konnte mich nicht mehr bewegen und sah kaum noch etwas, da das Leuchten immer stärker wurde. Und dann geschah es: Wie aus dem Nichts ertönte plötzlich eine Stimme, kraftvoll und doch unsagbar sanft bahnte sie sich ihren Weg durch die Stille des Wassers. Ich konnte sie hören, als würde sie aus allen Richtungen gleichzeitig kommen. Es war die Stimme von Narfas, dem Gott des Wassers und der Quellen, die zu mir sprach.“

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